Fachausschuss für Binnenschifffahrtsrecht (FA BinR)
Mitglieder
Zur
Liste der Ausschussmitglieder
Ziele und Aufgaben
- Fortentwicklung des Rechts auf dem Gebiet der Binnenschifffahrt
- Vereinheitlichung des internationalen Binnenschifffahrtsrechts auf allen
relevanten Anwendungsfeldern in den binnenschifffahrtstreibenden Staaten in
Europa
- Einflussnahme auf die einzelstaatliche Rechtspolitik zur
Berücksichtigung der Besonderheiten der Binnenschifffahrt im Rahmen der
Gesetzgebung
- Austausch über die Rechtsprechung zu Binnenschifffahrtssachen in den
europäischen Staaten
- fachspezifische und regionale Bündelung der Rechtsprechung in
Binnenschifffahrtssachen
- Angleichung von Rechtswegen und Instanzen bei Gerichtsentscheidungen in
Binnenschifffahrtssachen
- Entwicklung einheitlicher Grundsätze und Maßstäbe der europäischen
Versicherungswirtschaft bei den konkreten Versicherungsrisiken in der
Binnenschifffahrt
Zu diesem Zweck untersucht der Fachausschuss u.a.
- Haftungssysteme und spezielle Haftungsfragen
- Frachtvertragsrecht
- Binnenschifffahrtsrecht im Zusammenwirken mit dem Seerecht und dem
übrigen Landrecht
- sachliche Zuständigkeit der Gerichte
- Rechtsgrundlagen und die Wahrung der Freiheitsrechte der Stromregime
Struktur und Arbeitsweise
Die Mitglieder des Fachausschusses repräsentieren unterschiedliche Bereiche,
z.B.:
- Binnenschifffahrtsgewerbe
- Anwaltschaft
- Verladerschaft
- Forschung und Wissenschaft
- Verwaltung
- Versicherungen
Bisherige FA-Vorsitzende:
1977 bis 1995: Dr. Karl Heinz Bauer
1995 bis 1997: Dr. Jürgen Frommelt
1997 bis 2003: MR a.D. Johannes Sengpiel
2003 bis 2006: Prof. Dr. Karsten Otte
2007 bis 2011: Dr. Werner Korioth
Gründung des Fachausschusses: 1977
Der Fachausschuss tagt zweimal jährlich.
Er greift aktuelle Problemstellungen aus der Praxis ebenso auf, wie er generelle
neue Entwicklungen selbst anstößt oder verfolgt. Er pflegt ferner den
Erfahrungsaustausch mit der Binnenschifffahrtspraxis, der Wissenschaft, der
Richter- und Anwaltschaft sowie mit Verladern und Versicherungswirtschaft.
Er nimmt zu allen Gesetzesvorhaben und rechtspolitischen Fragen Stellung, die
Auswirkungen auf die Binnenschifffahrt haben.
Arbeitsergebnisse
Im Fachausschuss sind Publikationen und Initiativen zu folgenden Themen und
Vorhaben erarbeitet bzw. vorbereitet worden:
- Vorschlag für eine Neufassung des Abschnitts "Frachtgeschäft" des
Binnenschifffahrts-Gesetzes (BinSchG)
- Vorschlag – 1984 – für eine Neufassung des Abschnitts "Frachtgeschäft"
des Binnenschifffahrts-Gesetzes (BinSchG)
- Vorschlag für eine Neufassung des ersten Abschnitts des Gesetzes über
das gerichtliche Verfahren in Binnenschifffahrtssachen (BinSchVerfG)
- Resolution zum gerichtlichen Verfahren in Binnenschifffahrtssachen
- Übereinkommen über die Güterbeförderung auf Binnenwasserstraßen (CMNI)
- Mannheimer Akte - Neufassung des deutschen Wortlauts
- Europäische Schubbedingungen 1997
- Internationale Verlade- und
Transportbedingungen für die Binnenschifffahrt (IVTB)
- Hauptreferat von Herrn Rechtsanwalt Dr. Werner K o r i o t h auf dem
CMNI-Workshop am 14. November 2006 über das Thema „Die
neue Rechtslage durch das CMNI unter besonderer Berücksichtigung der Haftung
des Frachtführers“
- Europäisches Übereinkommen über die Haftung und Entschädigung für
Schäden bei der Beförderung schädlicher und gefährlicher Stoffe auf
Binnenwasserstraßen (CRDNI)
In Zusammenarbeit mit der Fakultät für Rechtswissenschaft der Universität
Mannheim hat der VBW aktuelle Einzelfragen ebenso wie Themen von grundsätzlicher
Bedeutung aufgegriffen und dazu folgende Tagungen veranstaltet:
- Erste Mannheimer Tagung für Binnenschifffahrtsrecht 1975 mit den
Themen
- Die Aufwendungsansprüche der Wasserstraßenverwaltung für Schiffs- und
Ankerbergung
- Verkehrsgefährdung in der Binnenschifffahrt
- Probleme der beschränkten Haftung des Schiffseigners -
Die Bedeutung des arbeitsrechtlichen Freistellungsanspruchs der Besatzung
- Die Problematik des Anspruchs gemäß § 22 WasserhaushaltsG
- Der Schutz von Leben und Gesundheit sowie eingebrachter Sachen von
Mitgliedern der Schiffsbesatzung (§ 3 Abs. 2 BinSchG) und mitfahrender
Familienangehöriger gegenüber dem Arbeitgeber
- Zweite Mannheimer Tagung für Binnenschifffahrtsrecht 1978 mit den
Themen
- Auswirkungen des AGB-Gesetzes auf die in der Binnenschifffahrt
gebräuchlichen Konnossementsbedingungen
- Zur strafrechtlichen Würdigung der Verkehrsunfallflucht auf
Binnenwasserstraßen
- Die Pflicht des Staates zur Aufrechterhaltung des Schiffsverkehrs auf den
Binnenwasserstraßen
- Internationale binnenschifffahrtsrechtliche Übereinkommen und Probleme
ihrer Übernahme in das deutsche Recht
- Dritte Mannheimer Tagung für Binnenschifffahrtsrecht 1981 mit den
Themen
- Der Schifffahrtsunfall i. S. des § 1 AVB-Flusskasko
- Die Herstellerhaftung in der Binnenschifffahrt in bezug auf Radaranlagen
und automatische Ruder
- Die öffentlich-rechtliche Haftung des Schiffseigners bei
Wrackbeseitigung,
Ankerbergung und nach § 22 Wasserhaushaltsgesetz
- Vierte Mannheimer Tagung für Binnenschifffahrtsrecht 1984 mit den
Themen
- Zur Rechtsgeschichte der Rheinschifffahrt bis zur Wiener Schlussakte
- Zum Problem der Gefährdungshaftung in der Binnenschifffahrt
- Versicherungsprobleme beim Transport gefährlicher Güter
- Vereinbarkeit einer Zwangshaftpflichtsicherung für den Schiffseigner
mit der Mannheimer Akte von 1868
- Fünfte Mannheimer Tagung für Binnenschifffahrtsrecht 1987 mit den
Themen
- Die große Haverei auf Hoher See und in der Binnenschifffahrt
- Versicherungsrechtliche Fragen zur großen Haverei in der Binnenschifffahrt
- Die Begründung des modernen Rheinschifffahrtsrechts im 19. Jahrhundert
- Die internationale Vereinheitlichung des Rechts der
Haftungsbeschränkung in der Rhein- und Binnenschifffahrt
- Sechste Mannheimer Tagung für Binnenschifffahrtsrecht 1990 mit
den Themen
- Gegenwärtige und künftige Haftungsregeln für die Binnenschifffahrt
- Entwicklungslinien des Rheinschifffahrtsrechts von 1871-1963
- Verhältnis der Mannheimer Akte zu den Römischen Verträgen
- Die Mannheimer Akte und die Rheinschifffahrtspolizeiverordnung in der
Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs und der Berufungskammer der
Zentralkommission für die Rheinschifffahrt
- Siebente Mannheimer Tagung für Binnenschifffahrtsrecht 1993 mit
den Themen
- Vereinheitlichung des Frachtrechts in West- und Osteuropa
- Außervertragliche Haftung der Binnenschifffahrt auf der Donau
- Entwicklung des Rechts der Rheinschifffahrt in der 2. Hälfte des 20. Jh.
- 125 Jahre Mannheimer Akte und Europäische Gemeinschaft
- Achte Mannheimer Tagung für Binnenschifffahrtsrecht 1996 mit den
Themen
- Probleme des Umweltstrafrechts in der Binnenschifffahrt
- Sorgfaltspflichten des Verladers und des Frachtführers unter besonderer
Berücksichtigung von Konnossements- und Transportbedingungen
- Allgemeine Bedingungen für die Versicherung von Flusskasko-Risiken 1992 in
der Fassung 1994
- Neuregelung der Haftungsbeschränkung in der Binnenschifffahrt
- Die Neunte Mannheimer Tagung für Binnenschifffahrtsrecht am
22.10.1999 organisierte das Institut für Binnenschifffahrtsrecht an der
Universität Mannheim, dessen Gründung im Oktober 1996 mit nachhaltiger
Förderung durch VBW und GBM erfolgt war, erstmals alleinverantwortlich und
federführend. Behandelt wurden folgende Themen :
- Das deutsche Transportrechtsreformgesetz und seine wesentlichen Änderungen
für das Recht der Binnenschifffahrt
- Das deutsche Transportrecht im Vergleich mit anderen europäischen
Transportgesetzen
- Das Problem der Beschäftigung ausländischer Binnenschiffer aus Nicht-EU-
Staaten auf den von deutschen Schiffseignern betriebenen Fahrzeugen
- Die Haftung beim Transport gefährlicher Güter in der Binnenschifffahrt
(-Aktuelle Probleme und Lösungsmöglichkeiten für eine internationale
Regelung-)
- Der VBW wird – wie 1999 – die Fortführung der Mannheimer Rechtstagungen
auch in der Zukunft nach Kräften unterstützen.
Die Broschüren mit den auf der Rechtstagung vorgetragenen Referaten können
direkt bezogen werden über den
Binnenschifffahrts-Verlag GmbH
Dammstr. 15-17
47119 Duisburg (Ruhrort)
Telefon: 0203/80006-20/-40 – Telefax: 0203/80006-21
E-Mail:
info@binnenschiffahrts-verlag.de
Projekte
Im Rahmen der Zielsetzung des VBW, in Europa ein einheitliches
Binnenschifffahrtsrecht zu realisieren, setzt er sich konkret für folgende
Vorhaben ein:
- Unverzügliche Unterzeichnung und Ratifizierung des Budapester
Übereinkommens über den Vertrag über die Güterbeförderung in der
Binnenschifffahrt (CMNI)
- Baldige abschließende Fertigstellung eines unterzeichnungsreifen
Übereinkommens, um das angestrebte "Europäische Übereinkommen über die
Haftung und Entschädigung für Schäden bei der Beförderung schädlicher und
gefährlicher Stoffe auf Binnenwasserstraßen" (CRDNI) mit anschließender
Unterzeichnung und Ratifizierung sicherzustellen.
- Der FA BinR unterstützt alle Aktivitäten, die den Beitritt möglichst
vieler europäischer Staaten zu den bisher abgeschlossenen Übereinkommen zum
Ziel haben. Dies gilt vordringlich für das Straßburger Übereinkommen über
die Beschränkung der Haftung in der Binnenschifffahrt (CLNI) vom 4. November
1988.
- Nach der Vorlage der IVTB im Juni 1999 arbeitet der FA BinR zur Zeit an
einer Neufassung dieses Bedingungswerkes. Es soll sich noch stärker an das
CMNI anlehnen und dadurch Anreize schaffen, damit eine breitere Anwendung
auch seitens der Binnenschifffahrtsunternehmen aus den anderen europäischen
Staaten erfolgt.