Verein für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen e.V.

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Der VBW begrüßt die Wiederbegründung der PGBi

Berlin, 21. Februar 2022: Die Parlamentarische Gruppe Binnenschifffahrt (PGBi) ist am vergangenen Donnerstag offiziell in die 20. Wahlperiode gestartet. An der konstituierenden Sitzung nahmen mehr als 50 Abgeordnete teil, weitere wollen in den nächsten Wochen hinzustoßen. Im Sprecherkreis der PGBi mischen sich Kontinuität und Veränderung: Koordinator der Gruppe bleibt Mathias Stein (SPD), Bernd Reuther ist weiterhin Sprecher für die FDP-Fraktion. Neu sind Lukas Benner (Grüne) und Henning Rehbaum (CDU/CSU) sowie André Bochmann für die AfD-Fraktion, der Sprecherposten für die Linkspartei ist noch nicht besetzt.

Mathias Stein, Koordinator der PGBi: "Es gibt in Deutschland kaum eine Region ohne Wasserstraße, Hafen oder Binnenschiff. Unsere gesamte Wirtschaft greift in ihren Logistikketten auf die Wasserstraße zurück. Als umweltfreundlicher Verkehrsträger ist sie daher von großer Bedeutung für unsere Klimaziele. Gleichzeitig sichern Binnenschifffahrt und Hafenwirtschaft wichtige Arbeitsplätze und sind für die regionale Wertschöpfung von großer Bedeutung. Um Herausforderungen und Chancen frühzeitig zu identifizieren und Probleme wann immer möglich überfraktionell zu lösen, gibt es im Deutschen Bundestag seit der 13. Wahlperiode eine parlamentarische Gruppe, die der Binnenschifffahrt eine Plattform bietet und ihren Belangen eine starke Stimme verleiht. Ich freue mich, auch in dieser Wahlperiode als Koordinator und Sprecher der Parlamentsgruppe Binnenschifffahrt im Einsatz zu sein. In guter Zusammenarbeit mit allen Verbänden wollen wir die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre fortsetzen und gemeinsam daran arbeiten, die Infrastruktur unserer Wasserstraßen zu stärken, mehr Verkehre auf das Binnenschiff zu bringen und die Branche bei ihrer Transformation zur Klimaneutralität zu unterstützen."

Marcel Lohbeck, Geschäftsführer BÖB/VBW: „Die Binnenhäfen und der VBW freuen sich, dass das System Wasserstraße mit der Parlamentarischen Gruppe Binnenschifffahrt auch in dieser Wahlperiode einen starken Partner und Fürsprecher hat. In regelmäßigen Fachgesprächen mit den Verbänden konnte das Gremium in den vergangenen vier Jahren einen sehr wertvollen Beitrag für die Wasserstraße leisten, etwa bei der Bereitstellung von mehr WSV-Personal, in den jährlichen Haushaltsverhandlungen oder bei der Ausgestaltung der Förderkulissen für nachhaltige Binnenschifffahrt und für Landstromanlagen. Diese konstruktive parteiübergreifende Arbeit gilt es fortzusetzen. Auch bei der Umsetzung des Koalitionsvertrags, etwa beim Thema Verantwortung des Bundes für Hafeninfrastrukturen, bauen wir auf eine starke Unterstützung durch die PGBi. Eine wichtige gemeinsame Aufgabe wird es sein, die Wahrnehmbarkeit des Systems Schiff/Wasserstraße/Häfen in Bezug auf seine positiven Effekte für Umwelt, Wertschöpfung und Beschäftigung zu verbessern. Gelegenheit dazu wird hoffentlich im Herbst der traditionelle Parlamentarische Abend der PGBi, unterstützt von BÖB und BDB, bieten, der pandemiebedingt 2020 und 2021 nicht stattfinden konnte.“

Ferhat Tasli komplettiert das Team der Geschäftsstelle

Bild Ferhat Tasli

Seit dem 1. Dezember ist Ferhat Tasli neuer VBW-Projektmanager in der gemeinsamen Geschäftsstelle des Vereins mit dem Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen am Standort Duisburg. In die Zuständigkeit von Herrn Tasli fallen die Themen Entwicklung autonomer Binnenschifffahrt, Logistik und Digitalisierung. Sein Tätigkeitschwerpunkt liegt in der Entwicklung eines Citylogistikkonzeptes für den Raum Berlin-Brandenburg im Rahmen des Projektes DigitalSOW.

Zuletzt war Tasli in der Abteilung Supply Chain Management & Projektmanagement bei der Xella Deutschland GmbH tätig. Davor bekleidete er beim südafrikanischen Unternehmen Sappi Limited unterschiedliche Positionen im Bereich globale Logistik.

Tasli hat Logistik & Supply Chain Management studiert und vorher eine Ausbildung zum Speditionskaufmann bei der Lehnkering GmbH in Duisburg absolviert. Seit 2018 ist er als Dozent in den Fächern Logistik, Transportmanagement und Supply Chain Management an der Fachhochschule für Ökonomie und Management tätig.

Marcel Lohbeck, Geschäftsführer: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Herrn Tasli. Mit seiner reichen und langjährigen praktischen Erfahrung im Bereich der Logistik ist er eine enorme Bereicherung für unser Team. Als Geschäftsstelle stellen wir uns damit noch stärker im Bereich der Digitalisierung von Binnenschifffahrt und Wasserstraßen sowie der multimodalen Logistik auf.“

BÖB und VBW begrüßen Aktionsplan Westdeutsche Kanäle: Impuls für klimafreundliche Verlagerung von Güterverkehren auf die Wasserstraße

Berlin, 8. Juli 2021

Der Bund legt mit dem Aktionsplan Westdeutsche Kanäle – Nordrhein-Westfalen erstmals ein Gesamtkonzept zu den rund 200 anstehenden Einzelmaßnahmen im Westdeutschen Kanalnetz vor. Das Maßnahmenpaket umfasst die Sanierung der Poller am Wesel-Datteln-Kanal, deren Zustand seit 2018 über die Landesgrenzen hinweg für Aufmerksamkeit sorgt, ebenso wie Brückenhebungen für durchgehend zweilagigen Containerverkehr, Grundinstandsetzungen, Ersatz- und Erhaltungsmaßnahmen sowie Projekte zur Automatisierung und Digitalisierung.

Für eine bessere Abstimmung zwischen Landes- und Bundesverwaltung wurde bereits im Juni 2020 ein Projektbeirat für die anstehenden Maßnahmen im Kanalnetz gegründet. Über einen Stakeholder-Beirat werden Schifffahrt und Wirtschaft künftig regelmäßig über den Projektstand beim Ausbau des Wesel-Datteln-Kanals informiert. Zur Realisierung von 63 Maßnahmenpaketen für Vorhaben zur Aufrechterhaltung eines störungsfreien Betriebs, für Erhaltungs- und Ersatzinvestitionen und für Ausbauprojekte enthält der Aktionsplan transparent nachvollziehbare, ambitionierte Zeitpläne. Ein Großteil der Maßnahmen soll innerhalb der nächsten zehn Jahre abgeschlossen sein.

BÖB-Präsidiumsmitglied Jan Sönke Eckel (RheinCargo): „Die Arbeitsgemeinschaft der Häfen in Nordrhein-Westfalen begrüßt den Aktionsplan grundsätzlich als einen Schritt in die richtige Richtung. Die Optimierung der Kanäle nützt nicht nur den Industriestandorten, sondern ist auch für die Zukunft der anliegenden Häfen von elementarer Bedeutung. Wenn die Kanalhäfen weiterhin eine wichtige Rolle beim Modal Split übernehmen sollen, müssen sie zuverlässig erreichbar bleiben. Der Bund muss sicherstellen, dass einzelne Häfen nicht aufgrund längerfristiger Schleusenreparaturen dauerhaft von der Ver- und Entsorgung über die Binnenschifffahrt abgekoppelt werden. Auch die vorgesehene Anhebung der Brücken ist für einen wirtschaftlichen Containertransport über die westdeutschen Kanäle zwingend notwendig. Elementar ist, dass die beschriebenen Maßnahmen auch zeitdynamisch umgesetzt werden.“

VBW-Vizepräsident Niels Anspach (BP Europa SE):Mit der Übergabe des Aktionsplans an das Land Nordrhein-Westfalen gibt der Bund das Aufbruchssignal für den Weg hin zu einem zukunftsfähigen und verlässlichen Kanalnetz. Wie die Häfen und die Verlader sind auch die wichtigen Standorte der Mineralöl- und petrochemischen Industrie in NRW darauf angewiesen, den Gütertransport über unsere Kanäle sicher planen und die Versorgungssicherheit von Bürgerinnen und Bürgern bundesweit gewährleisten zu können. Den Stake-Holder-Beirat für den Wesel-Datteln-Kanal begrüßen wir ebenso wie die im November 2020 beschlossenen zusätzlichen 80 Personalstellen für das Westdeutsche Kanalnetz. Allerdings müssen nun auch die laut Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer für den Aktionsplan benötigten 1,5 Milliarden Euro im Bundeshaushalt abgesichert werden, wie auch die gesamte Binnenschifffahrtsinfrastruktur langfristig mit ausreichenden Investitionsmitteln ausgestattet werden muss. Eine zukunftsfähige Infrastruktur ist die Basis für Investitionsentscheidungen von Unternehmen.

Den Aktionsplan können Sie hier nachlesen.

(Foto: Bundesanstalt für Wasserbau)

VBW stellt Bericht zu Lösungsansätzen für die Auswirkungen von Niedrigwasserphasen auf Schifffahrt und Wirtschaft vor

(c) pixelio: angieconscious

Das Jahr 2018 hat eindrucksvoll aufgezeigt, wie schwerwiegende Niedrigwasserereignisse den Gütertransport auf Deutschlands Wasserstraßen beeinträchtigen können. Schlüsselindustrien mussten ihre Produktion drosseln, es kam zu Versorgungsengpässen z.B. an Tankstellen. Insgesamt entstand ein volkswirtschaftlicher Schaden von mehr als zwei Milliarden Euro. Laut wissenschaftlicher Prognosen ist damit zu rechnen, dass derartige Niedrigwasserphasen zukünftig häufiger vorkommen werden.

Für die Schifffahrt und die Industrie stellt sich daher die Frage, wie sich die negativen Folgen extremer Niedrigwasser künftig vermeiden oder zumindest begrenzen lassen? Ein Jahr haben Experten aus Fachbehörden des Bundes, der Binnenhäfen, von Industrie- und Energieunternehmen, aus der Schifffahrtsforschung sowie von Verkehrs- und Logistikwirtschaft in der VBW-Arbeitsgruppe „Stärkung der Robustheit der Wasserstraßen in außergewöhnlichen Niedrigwassersituationen“ Lösungsmöglichkeiten zu dieser Fragestellung erarbeitet. Dabei fokussierte sich die Arbeitsgruppe vor allemauf den Rheinkorridor, der güterverkehrlich bedeutendsten Wasserstraße Deutschlands. Im Kern geht es um einen Gewinn an Wassertiefe, bessere Informationen und Vorhersagen zu Wasserständen, vorbeugende Maßnahmen der Verladerschaft und um die Potenziale von Digitalisierung und Autonomer Schifffahrt.

Die Arbeitsgruppe hat mehrere Ansätze identifiziert, die bereits kurz- bis mittelfristig wirken. Dazu gehören sogenannte „smarte“ Wasserbaumaßnahmen, die ohne große Umwelteingriffe in überschaubaren Zeiträumen umgesetzt werden könnten. So könnten durch die von der Bundesanstalt für Wasserbau entwickelte Niedrigwasserrinne oder temporäre Leitwerke zwischen 10 und 30cm mehr Tiefe erreicht werden. Beide Konzepte sind vielversprechend und sollten zeitnah in Form von Pilotvorhaben getestet werden.

Auch der flachwasseroptimierte Um- oder Neubau von Schiffen kann zusätzliche Spielräume eröffnen. Um die Versorgungssicherheit der Schlüsselindustrien am Rhein sicherzustellen, hat die Arbeitsgruppe einen Bedarf von mindestens 300 solcher Schiffe errechnet. Das Investitionsvolumen für deren Umrüstung beläuft sich auf rund 1 Mrd. Euro. Aufgrund der geringen Kapitaldecke vieler Schifffahrtsunternehmen, die durch die Corona-Pandemie zusätzlich angegriffen wurde, wird die Umrüstung ohne finanzielle Unterstützung des Bundes mittelfristig nicht zu realisieren sein. Die dafür notwendige finanzielle Unterstützung sieht der Entwurf eines für Sommer 2021 angekündigten BMVI-Förderprogramms vor, das allerdings noch unter Genehmigungsvorbehalt der EU-Kommission steht.

Die Industrie investiert inzwischen selbst in modernen flachgehenden Schiffsraum und hat vorbeugend für kommende Niedrigwasserereignisse mittel- bis langfristige Charterverträge für flachgehende Schiffe abgeschlossen. Zudem haben viele Unternehmen zusätzliche Lagermöglichkeiten geschaffen und weiteres Umschlagequipment angemietet. Allerdings steigern solche Vorhaltungen die Transportkosten erheblich.

Vorbeugende Wirkung können auch die im Aktionsplan „Niedrigwasser Rhein“ angelegten Angebote zur besseren Information und Vorhersage von Wasserständen, eine entsprechende Wissensplattform sowie regelmäßige Ausbildung und Beratung der Logistikverantwortlichen entfalten. Diese Maßnahmen befinden sich zum Teil bereits in der Umsetzung, sollten jedoch weiter forciert werden.

 Intensiv geprüft wurde auch die nach den Ereignissen von 2018 von vielen Verantwortlichen geforderte Staustufenlösung. Langfristig ließen sich mit Staustufen und Speicherlösungen zwischen 20 und 50cm mehr Tiefe gewinnen.. Realisierungszeiträume von mehreren Jahrzehnten, Investitionen in Milliardenhöhe, erhebliche Eingriffe in die Flusslandschaft und die Notwendigkeit zur Konsensfindung über die Wasserhaushaltung mit den Niederlanden verdeutlichen aber, dass Staustufen derzeit keine realistische Chance auf Umsetzung haben. Absehbare Nutzungskonflikte bei Dürre und die schiere Menge an zu speicherndem Wasser – notwendig wäre ein Speichervolumen 11-mal größer als das des Edersees – zeigen, dass auch Speicherlösungen mit großen Umsetzungsproblemen behaftet wären.

Der Vorsitzende der Arbeitsgruppe und des VBW-Fachausschusses „Binnenwasserstraßen und Häfen“, Michael Heinz: „Mit unserem Bericht zeigen wir Lösungsmöglichkeiten für kommende Niedrigwasserphasen auf. Wir müssen davon ausgehen, dass solch Ereignisse künftig häufiger auftreten. Daher empfehlen wir, dass insbesondere die kurz- bis mittelfristig wirksamen Maßnahmen schnellstmöglich und prioritär realisiert bzw. getestet werden. Darüber hinaus sehen wir die Notwendigkeit einen gesamtgesellschaftlichen Dialog mit allen Interessensgruppen am Rhein über weitergehende Maßnahmen zur Stärkung der Klimaresilienz der Wasserstraße zu führen, der alle Nutzerinteressen und Konflikte in den Blick nimmt. Hierzu sollte der Bund im Verbund mit den Rheinanliegerländern einladen. Dazu empfehlen wir eine verbindliche Prozessteuerung und Projektstruktur, zu der sich alle Akteure verpflichten. Mit einer „Roadmap“ sollten alle Partner transparent und verbindlich in die Realisierung der Maßnahmen eingebunden werden.“

Den Abschlussbericht können Sie hier als PDF-Datei herunterladen

Die Pressemitteilung im PDF-Format können Sie hier herunterladen

Details zum Konjunkturprogramm

Am 03. Juni 2020 hat die Bundesregierung ein umfangreiches Konjunkturprogramm beschlossen, um die Wirtschaft möglichst schnell wieder aus dem konjunkturellen Tal zu führen und Wachstum zu generieren. Neben vielen allgemeinen Stimuli zur Wiederbelebung der Konjunktur und zur Unterstützung von Unternehmen enthält das Paket auch gezielte Maßnahmen zur Förderung der maritimen Wirtschaft und des Logistiksektors.

BÖB und VBW haben daher eine Zusammenfassung der aus unserer Sicht wichtigsten Punkte erstellt und diese thematisch für Sie gegliedert.

Die Aufstellung können Sie hier herunterladen.

Kooperation von BÖB und VBW

Der Bundesverband Öffentlicher Binnenhäfen (BÖB) und der Verband für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraße e.V. (VBW) bündeln ihre Kräfte.

Marcel Lohbeck wird ab 1. Mai 2020 neuer Geschäftsführer des BÖB

Berlin, 20. April 2020 – Die Kernkompetenz der öffentlichen Binnenhäfen in Deutschland ist die Verknüpfung, denn trimodale Binnenhäfen sind Drehscheiben der Verkehrsträger Binnenschiff, Bahn und Lkw und damit Start- und Zielpunkt logistischer Ketten. Zudem verknüpfen sie als Wirtschafts-Standorte die Verantwortlichen aus Industrie, Fachhandel und Logistik und initiieren damit neue Wertschöpfung.

Stark sind die öffentlichen Binnenhäfen auch in der Verknüpfung von Interessen. So kooperieren BÖB und VBW bereits seit Jahren themenbezogen, um gemeinsam das System Wasserstraße voranzubringen. Jetzt haben BÖB und VBW entschieden, ihre Kooperation durch eine gemeinsame Geschäftsführung zu vertiefen: Ab 1. Mai 2020 übernimmt Marcel Lohbeck (39) die vakante Position des BÖB-Geschäftsführers und bleibt gleichzeitig Geschäftsführer des VBW, der als international anerkannte fachwissenschaftliche Vereinigung über ein breites Netzwerk an Expertinnen und Experten verfügt.

BÖB Interims-Geschäftsführer Rainer Schäfer unterstützt Marcel Lohbeck bis Ende Juni 2020 in der Geschäftsführung. Ab 1. Juli 2020 übernimmt Lohbeck die alleinige Führung von BÖB und VBW. Beide Verbände bleiben rechtlich selbstständig, die gemeinsamen Büros sind in Berlin und Duisburg. Ziel ist es, die Kooperation nachhaltig auszubauen und anlass- und themenbezogen um zusätzliche Kooperationspartner zu erweitern.

„Nach dem tragischen Tod von Boris Kluge haben wir im BÖB-Präsidium darüber gesprochen, wie wir den Verband in seiner Arbeit und in seiner Aufstellung weiter stärken können. Der VBW ist dafür der richtige Kooperationspartner. Schritt 1 ist jetzt die gemeinsame Geschäftsführung, in einem zweiten Schritt werden wir Synergien heben und die Chancen unserer vertieften Kooperation nutzen. Zudem freuen wir uns darauf, mit weiteren Partnern immer wieder neue Allianzen zu bilden und sind für weitere Kooperationspartner offen“, so Joachim Zimmermann, Präsident des BÖB.

Auch Patricia Erb-Korn, Präsidentin des VBW, äußert sich positiv zu der schon lange bestehenden inhaltlichen Nähe der beiden Verbände: „VBW und BÖB sind dem Gesamtsystem Wasserstraße verpflichtet, dadurch verbindet sie naturgemäß eine inhaltliche Nähe. Beide haben in der Vergangenheit schon erfolgreich zusammen gearbeitet. Die Idee einer gemeinsamen Geschäftsführung ist bei unseren Gremien daher schnell auf fruchtbaren Boden gefallen. Wir freuen uns auf die Kooperation!“

Marcel Lohbeck: „Ich bedanke mich für das Vertrauen der Gremien, diese anspruchsvolle Aufgabe ausfüllen zu dürfen. Die gebündelte Fachkompetenz für die multimodalen Binnenhäfen und das System Wasserstraße werde ich nachhaltig in den politischen Diskurs einbringen.“

Zurzeit sind die Gremien von BÖB und VBW mit der Fortentwicklung des Kooperationskonzeptes befasst, welches in den Mitgliederversammlungen beider Organisationen im Herbst 2020 vorgestellt und beschlossen werden soll.

Pressemitteilung

Cem Özdemir: Die Politik muss die richtigen Anreize setzen. “Soll die Verkehrswende gelingen, dürfen Bahn und Binnenschifffahrt sich nicht kannibalisieren.”

Auf Einladung des Vereins für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen e.V. besuchten der Vorsitzende des Verkehrsausschusses im Deutschen Bundestag Cem Özdemir und die Berichterstatterin der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Claudia Müller Duisburg. Neben einem Stakeholdergespräch besichtigten die beiden Bundestagsabgeordneten auch das Forschungszentrum DST.

Die ökologische Modernisierung der Binnenschiffsflotte, die Beschleunigung von Infrastrukturmaßnahmen und die Digitalisierung von Binnenschifffahrt und Wasserstraßen waren zentrale Themen eines rund 2-stündigen Gesprächs mit Vertretern aus der Schifffahrt, der verladenden Wirtschaft und Binnenhäfen, zu dem der VBW die Bundestagsabgeordneten am 30.10.2019 in das Haus RHEIN eingeladen hatte.

VBW-Vizepräsident Niels Anspach, BP Europa SE und VBW-Beiratsmitglied Joachim Schürings, thyssenkrupp Steel AG, verdeutlichten den Grünen die Dringlichkeit zur Erneuerung der überalterten Wasserstraßeninfrastruktur. „Für die Industrie im nordwestdeutschen Kanalgebiet und am Rhein ist eine gut funktionierende Infrastruktur absolut systemrelevant. Der Sanierungsstau an den Wasserstraßen könnte langfristig zum Standortfaktor werden, wenn sich die Umsetzungszeiten für Infrastrukturmaßnahmen nicht deutlich verkürzten. Darüber hinaus gilt es jetzt gemeinsam mit Politik, Wirtschaft und Umweltverbänden in einen Dialog über weitergehende wasserbauliche Maßnahmen zur Stärkung der Robustheit des Rheins gegenüber negativen Klimaeffekten zu treten.“

Andreas Dicke, BAVARIA AG und Roberto Spranzi, DTG eG, wiesen darauf hin, dass die Halbierung der Trassenpreise den Wettbewerb zwischen Schiene und Wasserstraße zu Lasten der Binnenschifffahrt verschoben hätte. Das Klimapaket der Bundesregierung sei vor allem ein Programm zur Stärkung der Bahn. Die Binnenschifffahrt sei eher ein Randthema gewesen.

Cem Özdemir nahm die Kritik aus dem Sektor auf und erklärte, dass die Politik die richtigen Anreize setzen müsse. Ziel müsse es sein, Straßenverkehr zu vermeiden und Transporte auf ökologische Verkehrsträger umzulenken. “Soll die Verkehrswende gelingen, dürfen Bahn und Binnenschifffahrt sich nicht kannibalisieren, sondern müssen als komplementär betrachtet werden”, so Özdemir.

Nach dem Unternehmergespräch ging es ins Entwicklungszentrum für Schiffstechnik und Transportsysteme (DST) e.V., wo sich die Abgeordneten neben dem eindrucksvollen Schlepptank und dem Fahrsimulator  auch über das zukünftige Leitzentrum für das Pilotprojekt zum automatisierten Fahren sowie Projekte zu den Nutzungsmöglichkeiten von Wasserstoff als auch über Konzepte für Elektromobilität in der Binnenschifffahrt informierten.

Claudia Müller zeigte sich von der Branche beeindruckt. “Die Binnenschifffahrt transportiert einen großen Anteil der Güter zuverlässig und mit niedrigem Energieaufwand. Es muss der Binnenschifffahrt aber gelingen, zur besseren Akzeptanz auch einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Viele Maßnahmen sind in den vergangenen Jahren umgesetzt worden. Die ins Alter gekommene Flotte muss sich verjüngen und die Antriebe noch sauberer werden. Dazu müssen die bestehenden finanziellen Anreize ausgeweitet werden.”

(v.l.n.r.) Niels A Anspach (BP Europa SE), Thomas Groß (Hülskens Wasserbau), VBW-Präsidentin Patricia Erb-Korn (Rheinhäfen Karlsruhe), Klaus Poepsel (MTU Friedrichshafen), Cem Özdemir (Bündnis90/ Die Grünen), Volker Seefeldt (HTAG), Joachim Schürings (thyssenkrupp Steel), Claudia Müller (Bündnis 90/ Die Grünen), Wolfgang Nowak (IMPERIAL), Erik L. Schultz (Koninklijke BLN-Schuttevaer), Andreas Dicke (BAVARIA), Marcel Lohbeck (VBW e.V.), Roberto Spranzi (DTG), Jan Hinterlang (VCI NRW)

Die Pressemitteilung können Sie hier herunterladen.

Pressemitteilung

VBW-Bankett 2019:

Patricia Erb-Korn: „Life is greater without Greta? – Wohl kaum!” 

Anlässlich der diesjährigen Mitgliederversammlung betonte die VBW-Präsidentin die Notwendigkeit eines sachlichen und offenen Diskurses über Maßnahmen zum Klimaschutz. BP Europa SE Vorstand Wolfgang Langhoff trat in seiner Rede für technologieoffene Lösungen ein und erläuterte die Systemrelevanz des Systems Schiff/Wasserstraße/Häfen für die petrochemische Industrie.

Das Bild eine eines Autos mit der Aufschrift „Life ist greater without Greta“ auf der Heckscheibe – gemeint ist Greta Thunberg -, das durch Facebook kursierte und die darunter stehenden Kommentare hätten sie nachdenklich gemacht, erklärte VBW-Präsidentin Patricia Erb-Korn gegenüber den rund 50 Entscheidern aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Verwaltung, die zum diesjährigen VBW-Bankett erschienen waren.

Es sei infantil zu glauben, dass sich die Frage des Klimaschutz nicht oder weniger dringlich stellen würde, wenn es Greta Thunberg und ihr Engagement nicht gäbe. Der Post und die Reaktionen darauf hätten ihr aber gezeigt, wie polarisiert die Gesellschaft inzwischen sei, wenn es darum gehe, sich auf Maßnahmen zur Minimierung der negativen Effekte des Klimawandels zu einigen.

Angesichts der hohen Komplexität der Herausforderungen und der zahlreichen zu berücksichtigenden Wechselwirkungen, sprach Erb-Korn sich für einen sachorientierten offenen Diskurs aus.

Es sei wichtig, sich mit den Anliegen von Thunberg, und Fridays oder Scientists for Future ernsthaft auseinanderzusetzen und anzuerkennen, dass es sich bei deren Kernforderungen nicht um ein radikales Programm handele, sondern lediglich um ein energisches Erinnern der Nationalstaaten an die in Paris selbst gesetzten Ziele und Vereinbarungen.

Auf Seiten der Aktivisten hingegen müsse es ein Einsehen geben, dass Klimapolitik eben immer auch Ergebnis eines politischen und gesamtgesellschaftlichen Aushandlungsprozesses sei, der neben dem Klimaschutz auch andere Faktoren, wie den Erhalt von Wertschöpfung und Wohlstand sowie den sozialen Ausgleich mit einbeziehen müsse.

Der VBW als fachwissenschaftliche Organisation unterstütze das Ziel einer nachhaltigen Verkehrsverlagerung als Beitrag zum Klimaschutz und arbeite aktiv an Problemlösungen. Als Beispiele nannte die Präsidentin die Empfehlungen des VBW zu Beschleunigung der ökologischen Modernisierung der Binnenschiffsflotte oder die Arbeit des runden Tisches „Beschleunigung von Infrastrukturprojekten“ an Lösungen zur schnelleren Ertüchtigung und Sanierung der Bauwerke an den Wasserstraßen.

Gleichzeitig gab Erb-Korn die Einrichtung einer neuen interdisziplinären Arbeitsgruppe bekannt, die im Laufe des kommenden Jahres Handlungsempfehlungen zur Stärkung der Robustheit des System Schiff/Wasserstraße/Häfen in besonderen Wassersituationen erarbeiten wird. Die Empfehlungen der Arbeitsgruppe sollen die Umsetzung des 8-Punkte-Plans des Bundesverkehrsministeriums unterstützen und pragmatische Lösungsvorschläge aufzeigen.

Gastredner Wolfgang Langhoff, der in seinen Funktionen als Vorstand der BP Europa SE und Vorsitzender des Mineralölwirtschaftsverbandes sprach, würdigte den VBW für sein „unermüdliches Eintreten für die Binnenschifffahrt und die Wasserstraßen“.

 Die Mineralölindustrie und damit auch die Petrochemische-Industrie lieferten in nahezu alle Wirtschaftszweige Materialien, Ideen und Know-how. Deutschland sei viertwichtigster Chemieproduzent der Welt und allein in NRW ist jeder vierte deutsche Chemiearbeitsplatz zu Hause.

Mit ihren Standorten am Rhein oder im Falle der BP und anderer im westdeutschen Kanalgebiet sei die Chemie- und die Mineralölwirtschaft abhängig von einer funktionierenden Wasserstraßenlogistik.

BP transportiert rund 28 Prozent ihrer Produkte über das Wasser. Allein über den Rhein-Herne-Kanal verschifft das Unternehmen ca. 6 Mio. Tonnen. Das sind etwa 4.000 Schiffstransporte pro Jahr, gleichzusetzen mit mehr als 240.000 LKW-Transporten jährlich - oder umgerechnet mehr als 650 am Tag.

„In der Niedrigwasserphase in 2018 ist es zu Lieferengpässen an einigen Tankstellen gekommen.  Dies hat auch der Bevölkerung die Systemrelevanz der Binnenschifffahrt klar vor Augen geführt“, so Langhoff.

Die chemische Industrie und die Mineralölwirtschaft unterstützten daher die Ziele des Masterplans Binnenschifffahrt und des 8-Punkte-Plans und drängen auf deren schnell Umsetzung.

Hinsichtlich der Dekarbonisierung des Verkehrs plädierte Langhoff für Technologieoffenheit. Die Politik dürfe sich nicht einseitig auf die Elektromobilität versteifen. Neue synthetische Kraftstoffe, Biokomponenten und Wasserstoff sollten gleichrangig gefördert werden.

Darüber hinaus sei eine zielgerichtet Klimaschutzpolitik ohne weitere Energieeinsparungen und Effizienzmaßnahmen in allen Sektoren, einen Ausbau des ÖPNV und eine stärkere Verkehrsverlagerung auf Schiene und Wasserstraße nicht denkbar.

 

VBW-Geschäftsführer Marcel Lohbeck, VBW-Präsidentin Patricia Erb-Korn, Rheinhäfen Karlsruhe,  BP Europa SE Vorstand Wolfgang Langhoff, VBW-Vizepräsident Niels Anspach, BP Europa SE; Bildquelle: jbywaletz, vbw

 

BP Europa SE Vorstand Wolfgang Langhoff; Bildquelle: jbywaletz, vbw

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Pressemitteilung zum Besuch von Umweltministerin Heinen-Esser in Duisburg

VBW im Gespräch mit der NRW-Landespolitik
 
NRW-Umweltministerin Heinen-Esser: „Die Binnenschifffahrt ist ein wichtiger Baustein für eine klimafreundliche Verkehrswende“

VBW-Mitglied Wolfgang Nowak (links), Vice President Commercial Shipping Dry,  Imperial Logistics mit Ministerin Ursula Heinen-Esser (Mitte) und VBW-Präsidentin Patricia Erb-Korn (rechts), sowie dem Technischen Leiter bei Imperial Tim Gödde (Bildquelle: VBW) 


Am 20.05.2019 besuchte die nordrhein-westfälische Umweltministerin Ursula Heinen-Esser den Verein für europäische Binnenschifffahrt und Wasserstraßen e.V. (VBW) in Duisburg. 
 
Bei einer Besichtigung des Tankschiffes „Volantis“ des VBW Mitgliedsunternehmens Imperial Logistics konnte sich die Ministerin praxisnah über die technischen und wirtschaftlichen Herausforderungen informieren, mit denen sich Schiffsbetreiber bei der ökologischen Modernisierung von Binnenschiffen konfrontiert sehen. Beim sich anschließenden Expertengespräch an Bord des FGS „Acheloos“ tauschte sich die Ministerin mit VBW-Vertretern aus der Schifffahrt, der Hafenwirtschaft, der Industrie und der deutschen und niederländischen Verwaltung zu verschiedenen Nachhaltigkeitsthemen aus.
 
„Der Besichtigungstermin vor Ort zeigt, dass sich die Unternehmen in der Binnenschifffahrt dieser Herausforderung stellen. Es wurde aber auch deutlich, dass es keine technischen Einheitslösungen für alle gibt. Größere Schiffsbetreiber investieren zunehmend in modernen Schiffsraum und Energieeffizienzmaßnahmen. Allerdings gibt es auch viele kleinere Schiffsbetreiber in Deutschland, die nicht das Kapital für derartige Investitionen tätigen können, die schnell fünf- bis sechsstellige Beträge erreichen. Diese benötigen dringend Unterstützung. Die im Masterplan Binnenschifffahrt des Bundesverkehrsministeriums vorgesehenen Fördermaßnahmen sind hierfür geeignet. Wir hoffen jetzt auf eine schnelle Umsetzung dieser Maßnahmen. Zudem hat das NRW-Wirtschaftsministerium signalisiert, dass die NRW.BANK ihre Energieeffizienzkredite für die Binnenschifffahrt öffnen wird“, erklärt der VBW-Geschäftsführer Marcel Lohbeck.
 
Ein weiteres wichtiges Thema war die Förderung von Landstromanlagen an Liegestellen in Binnenhäfen und Kommunen. 
 
„Da der Masterplan Binnenschifffahrt bislang nur eine Bundesförderung für mobile Landstromeinrichtungen und Bordnetze vorsieht, benötigen wir dringend eine Landesförderung für diese Einrichtungen, da die hohen Investitionskosten nicht über den Strompreis wieder eingespielt werden können. Landstromanlagen tragen zu einer erheblichen Emissionssenkung im stadtnahen Bereich bei und helfen die Akzeptanz der Bevölkerung für die liegende Schifffahrt zu erhöhen“, so VBW-Präsidentin Patricia Erb-Korn, Geschäftsführerin der Rheinhäfen Karlsruhe.
 
Ein weiteres Thema war die Stärkung der Robustheit des Systems Schiff/Wasserstraße/Häfen gegenüber außergewöhnlichen Niedrigwassersituationen. Das Niedrigwasser in 2018 hatte zu erheblichen Verlusten der Industrieunternehmen an den Wasserstraßen und hohem volkswirtschaftlichen Schaden geführt.  Experten befürchten, dass sich derartige Ereignisse durch den Klimawandel zukünftig häufen könnten. VBW-Vizepräsident Niels Anspach, BP Europa SE und VBW-Beiratsmitglied Joachim Schürings, Thyssenkrupp Steel Europe forderten die Politik auf, gemeinsam mit der Industrie und den Umweltverbänden über geeignete Maßnahmen zur zukünftigen Minimierung von außergewöhnlichen Niedrigwasserereignissen nachzudenken und frühzeitig entsprechende Planungen anzugehen.

Die Pressemitteilung können Sie hier als PDF-Datei herunterladen.

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